Warum schreibt man eine Autobiografie?

Diese Frage wurde mir inzwischen einige Male gestellt und darum möchte ich sie hier gerne beantworten.

 

Die Autobiografie ist wörtlich übersetzt eine "Selbst-Lebensaufzeichnung".

 

Was bewegt nun jemanden dazu, eine Autobiografie zu schreiben? – Da es sich um eine Selbstdarstellung handelt, kann ein Grund die Eitelkeit sein oder das Bedürfnis, seinen Nachkommen bestimmte Erinnerungen zu erhalten. Stars, Sternchen und Politiker mögen noch ganz andere Gründe nennen.

 

Meine Autobiografie hingegen hat andere Motive:

 

Die Zeiten, in denen Behinderte auf dem Marktplatz ausgestellt wurden, sind vorbei. Da aber auch heutzutage noch vielen Gesunden beim Anblick eines Schwerbehinderten die Kinnlade auf die Brust fällt, haben Behinderte normalerweise kein Interesse daran, sich ins Rampenlicht zu stellen. Sie treten erst dann hinein, wenn sie einen Sinn darin erkennen, dass anderen Behinderten und deren Angehörigen damit geholfen wird oder dass die Gesellschaft durch Aufklärung mehr zusammenwächst und die Schranken der Entfremdung endlich alle fallen.

 

Meine Autobiografie ist die Stimme eines behinderten Menschen, den das Schicksal zum Schreiben geführt hat und nicht der Beruf. Blinde wie ich haben auch höchst selten eine Ausbildung als Journalist oder Schriftsteller. Gerade deshalb muss der behinderte Autor nicht nur die Hemmschwelle der öffentlichen Selbstdarstellung überwinden, sondern er setzt sich zusätzlich strenger Kritik aus.

 

Wenn ich mit meinem Buch Menschen verbinden und durch die offenen Einblicke hilfreiche Erkenntnisse vermitteln konnte, gerade dann war "Im Testprogramm des Schicksals" seine Arbeit und den Mut, es zu veröffentlichen, wert.